Das Silva-Brotbackbuch von Heide und Gerold Albonico erhebt nicht den Anspruch darauf, ein Vollwertbackbuch zu sein. Soweit ich weiß, ist es auch nur noch antiquarisch erhältlich, es erschien bereits 1982, die 80er Jahre waren ja so eine "Hoch-Zeit" für das Brotbacken. eine ISBN-Nummer trägt es nicht.
Für einen des Brotbackens völlig Ungeübten halte ich die Tipps für zu knapp. Wer aber schon ein bisschen Bescheid weiß, kann hier noch die eine oder andere Anregung finden. Ich finde solche älteren Bücher ja auch immer historisch interessant. Dazu kommt, dass es österreichisches Vokabular verwendet: Germ, Ruchmehl usw. Auch das fasziniert mich.
Es gibt ein paar Punkte, an denen ich die Qualität von Backrezepten erkennen kann: die Flüssigkeitsmengen und die Gehzeiten. Die Flüssigkeitsmengen beim Lesen und Ausprobieren weichen nicht erheblich von meiner praktischen Erfahrung ab. Die Gehzeiten sind entweder angemessen - oder gar nicht angegeben. Was vielleicht für einen Anfänger besser ist. Wenn nämlich steht "zugedeckt an einem warmen Ort auf das Doppelte aufgehen lassen", da warte ich länger, als wenn - wie so häufig - zu lesen ist: 30 Minuten gehen lassen. Da tut sich nämlich in meiner Küche außer im Hochsommer meist nix :-)
Die Schrift ist schön groß - gerade in der Küche praktisch, wenn ich auf einen Blick erkennen möchte, wo es weitergeht. Zu fast allen Rezepten gibt es liebevoll erstellte Fotos von sehr guter Qualität.
Nachempfunden habe ich die "Spezial-Schrotbrötchen" (Seite 15): hier und "Ruedis Bergbauernbrot" (Seite 81): hier. Beim Brot habe ich allerdings die Salzmenge halbiert, 2 EL Salz auf 1700 g Teig ist sehr viel.
Wer gerne mal in "alten Zeiten" schnuppert, ist mit diesem Buch gut bedient. Wer eine Anleitung fürs Vollwertbacken oder etwas Modernes haben möchte, braucht es nicht zu kaufen. Ich habe mehrere Anregungen entnommen und nichts gefunden, wo ich laut "au" schreien würde (Zucker usw. bei Nichtvollwertlern ist für mich kein Grund zur Beschwerde).