Brotrezepte aus ländlichen Backstuben - Landküche. 5. Aufl. 2001, Landbuch-Verlag, ISBN 378420614X

Es ist dem Verlag nicht gelungen, dies nun als einheitliches Werk zu präsentieren. Allenfalls die gequält auf liebevoll getrimmte Optik, die oben draufgesetzt wurde, ergibt ein einheitliches Bild.
Mich stört auch diese pseudo-historische Aufmachung. Auf den Buchrücken drauf gedruckt sind Zeichungen von Kordeln, Tipps sind auf Fotos gedruckt, als wenn es echte Zettelchen wären. Und ähnliches mehr. Das grenzt an Kitsch. Nun gut, wem's gefällt...
Zum Inhalt:
Es hat sich offensichtlich niemand bemüht, die Rezepte zu einer Einheit zu gestalten. Was dazu führt, dass etwa 1000 mal im Detail aufgeführt wird, wie ich Sauerteig herstellen soll. Das kostet Platz und nervt. Der Anleitungs-Text ist relativ dicht gedruckt und erschwert die Übersichtlichkeit. (Die Mengenangaben am Rand sind jedoch sehr überschaubar angegeben, das ist praktisch.)
Die Fotos sind leider nicht von den Original-Wettbewerbsbroten, sie sind anschließend geschönt nachgebacken. Woher ich das weiß? Es gibt da eine Anleitung für Fladenbrot. Mit Sesam. Und was ist auf dem Foto? Ein perfektes Fladenbrot, wie ich es in jedem türkischen Geschäft nebenan kaufen kann, nämlich auch mit Schwarzkümmel drauf. Der Sesam auf dem abgebildeten Fladenbrot ist geschält. Ebenfalls auf dem Foto eine kleine Schaufel mit Sesam - ungeschält.
Da kann jetzt jeder aufstöhnen und sagen - Meine Güte, an was für Kleinigkeiten stößt die Frau sich denn hier! Ich führe das im Detail auf, weil es so schön deutlich macht, was an diesem Buch "gefälscht" ist.
Wenn schon ein Buch aus so einem Brotbackwettbewerb, dann wünsche ich mir echte Eindrücke - Fotos von den Teilnehmern, kleine Berichte vom Wettbewerb, wirkliche Fotos der damaligen Brote.
Die über das ganze gegossene optische "Einheitssoße mit Pseudonostalgie" macht das Buch für mich auch sehr langweilig. Keines der Rezepte lockt mich wirklich in die Küche, an die Getreidemühle.
Das Buch ist nicht völlig misslungen, dem ein oder anderen mag es
gefallen. Mich lädt es nicht ein,
mich verführt es nicht zum Nachahmen, weil es steril ist. Ein Buch
geschrieben, damit es gekauft wird - und nicht, um Begeisterung fürs
Brotbacken zu vermitteln.