
Hier liegt das Büchlein einer engagierten Bäckerin vor uns, die uns alle zum Mitbacken animieren möchte. So etwas macht mir immer Spaß. Und so ist es dann alleine schon ein Vergnügen, sich durch das Buch zu lesen.
Die Einleitung ist informativ, dabei jedoch knapp genug gehalten, um nicht zu langweilen, dabei viele Tipps und Tricks.
Die optische Aufmachung ist sauber gemacht und übersichtlich, die Rezepttexte sind nachvollziehbar, die Flüssigkeitsmengen (immer ein kritischer Teil bei Brotrezepten) realistisch. Die Rezepte an sich bieten jetzt nicht unbedingt die absoluten Sensationen, wenn man sich in "Brotlektüre" etwas auskennt. Dennoch ist ein breites Spektrum abgedeckt. Das Buch ist allerdings nichts, dem ich nun wegen seiner Ästhetik einen ersten Preis vergeben würde. Schlicht, klar, gut für die Küche sozusagen.
Zwei Punkte stören mich:
(1) Unten auf der Seite gibt es immer einen Rahmen mit "Übrigens", in dem kleine Tipps erfasst sind. Das ist nett. Wenn es jedoch einmal keinen Tipp gibt, bleibt der Kasten leer und es steht dort "Notiz". Ich soll also selbst etwas hineinschreiben. Diese Maßnahmen ärgern mich bei Büchern immer, denn es sind Lückenbüßer und Papierverschwender. Wer wirklich in Bücher hinein schreibt, braucht dafür keinen Rahmen. Und wer es nicht tut - der ärgert sich wie ich darüber. Wenn es keinen Tipp gibt, wäre der Platz eben einfach besser weiß geblieben. Das ist wohl die Angst des gestalterischen Laien vor der Leere :-)
(2) Im Vorwort verweist Frau Rüegg darauf, dass sie es schrecklich findet, wenn man in Rezeptbüchern immerzu blättern muss, weil irgendwelche Grundrezepte auf anderen Seiten stehen. Ihre Devise: Jedes Rezept muss mit offengeschlagen nachbackbar sein, ohne dass wir mit teigbestrichenen Fingern blättern müssen. Ich nickte beim Lesen begeistert mit dem Kopf. Nur: Leider hält sie sich selbst in vielen Fällen nicht daran, und so müssen wir dann doch blättern.