
Frau Wagenstaller war einst die jüngste Müllermeisterin in Deutschland und kommt aus einer traditionsreichen Müllerfamilie. Ihre tief verwurzelte Begeisterung für ihren Beruf, das Korn, das Land will sie uns in diesem Buch vermitteln.
Und das tut sie gekonnt! Schon optisch ist das Buch eine richtige Freude. Frau Wagenstaller hat sich da gut beraten lassen, wer layoutet, Fotos macht, gestaltet. Einfach schön. Das Papier ist fassbar dick, der Einband satt und kräftig, sogar zwei geflochtene Lesezeichen in rot und grün finden wir. Aus jeder Seite kommt auch Gefühl zum Leser herüber, es ist gleichzeitig erdverbunden und doch modern. Diese überaus gekonnte Mischung von Moderne und Gewachsensein ist schon am Einband ersichtlich: vorne ein Foto von einer alten klassischen Mühle, dies aber in eine moderne Gestaltung eingebunden. Auf der Rückseite oben das Wagenstaller Wappen, darunter ein Brotfoto und Text, ebenfalls alles in zeitgerechter Aufmachung.
Die Autorin wechselt zwischen Rezepten, Geschichten über sich, einen Einblick in ihre Familie und literarischen Beispielen, dazu auch etwas über die Historie des Getreides. Sie hat die seltene Gabe, über sich selbst zu berichten, ohne dass wir das als Selbstbeweihräucherung empfinden.
Ich habe in letzter Zeit sehr viel Literatur zum Brotbacken gelesen und dachte, ich kenne nun wirklich jedes Rezept. Dennoch: hier gibt es immer noch 7 oder 8 Rezepte, die ich mir als "Ausprobieren!!" notiert habe.
Die Rezepte sind sehr klar und deutlich beschrieben, auch dies wieder in beiden Aspekten: optisch und textlich.
Dies Buch ist fast die eierlegende Wolfsmilchsau: Es lädt zum Lesen ein, es macht Freude beim Benutzen, es lockt in die Küche zum Brotbacken, es weckt Gefühle, es macht froh und gibt Hoffnung.