
Gute Infos, überkandidelte Rezepte:
Optisch macht das Buch viel Freude, es ist alles hübsch aufbereitet, dabei übersichtlich und klar angeordnet. Das Buch weist ein konsequentes Layout auf, das dem Auge gefällt und das Lesen einfach macht.
Der Infoteil am Anfang (ein gutes Drittel des Buchs) ist wirklich außerordentlich lesenswert. Das reicht von der Geschichte des Dinkels (und anderer Getreide) bis zu den diversen Getreidemühlen. Der Dinkel wird rundum vorgestellt, also nicht nur zum Kochen und Backen, sondern auch in seiner Heilwirkung als Spreu (in Kissen zum Beispiel).
Die Rezepte enttäuschten mich. Bei einem Urgetreide wie Dinkel erwarte ich auch ein paar "Urrezepte" und nicht eine Ansammlung von Anweisungen, wie ich irgendwelche wahnwitzigen Zusammenstellungen kreiere, das erinnert so an Nouvelle Cuisine - die ich immer schon sehr gestelzt fand, nicht so richtig zum Essen :-) "Schokoladecrêpes mit Vereine-Sauerrahm-Eis", "Cassis-Apfel-Fladen": Wer auf solcherlei Dinge steht, findet hier genug. Sie stehen allerdings im Gegensatz zum Untertitel "Das gesunde Getreide". So richtig bodenständige Rezepte, wie sie doch zum Dinkel unbedingt gehören, gibt es nur wenige. Aber immerhin: Es gibt sie (z.B. "Dinkelvollkornbrot"), so dass der Kauf lohnt, wenn wir ein preiswertes gebrauchtes Exemplar ergattern können.