
Im Buch werden durchgehend normal käufliche Zutaten verwendet, wie z.B. fertiges Mehl. Es ist natürlich kein Problem für Getreidemühlenbesitzer dies auf die eigenen "Mahlwerke" umzudenken. Sehr konventionell auch die Einstellung zum Sauerteig: Es gibt keine Anleitung zum Herstellen von Sauerteig, es wird empfohlen, sich etwas beim Bäcker zu holen. Ich stelle dies fest - es ist keineswegs als Kritik gemeint. Es wird ausschließlich frische Hefe für die Zubereitung eingesetzt.
Das Layout ist sehr angenehm, viele große Abbildungen, eine klare Textdarstellung. Die Anleitungen sind inhaltlich deutlich und optisch ansprechend aufbereitet. So ist z.B. die Schrift so groß gewählt, dass ich in der Küche auch schnell nachlesen kann, ohne gleich nach der Brille zu suchen. Zu jedem Rezept wird eine Zubereitungszeit angegeben, ebenso die Stückzahl. Es ist erstaunlich, welch eine große Vielfalt auf relativ wenigen Seiten (79) dem Leser angeboten wird.
Für ein im Ganzen recht konventionell aufgezogenes Brotbackbuch gibt es hier und dort erstaunliche klassische Highlights, wie z.B. ein Brot, das mit einem Brühstück hergestellt wird. Zwar wird keine Erklärung hierfür gegeben (die Wasseraufnahmefähigkeit des Mehls wird erhöht, ohne dass es die Klebereigenschaften verliert), aber immerhin - über Brühstücke habe ich sonst nur in sehr "alternativen" Rezeptbüchern oder Anleitungen für Profibäcker gelesen.
Insgesamt für den Preis ein Buch, an dem niemand vorbei gehen sollte, der gerne Brot backt oder backen möchte.