Dam / Kramer. Brotbacken: Vom Vollkornbrot bis zum Salz- und Süßgebäck.
4., erweiterte Auflage 2000 Leopold Stocker Verlag, ISBN 3-7020-0875-6

Das Layout ist wie das ganze Buch: schlicht auf den ersten Blick,
liebevoll auf den zweiten; übersichtlich – und voller kleiner
Nettigkeiten.
Dabei hat der Text so etwas hübsch Regionales (z.B. Germ für Hefe),
was nicht aufgesetzt, sondern natürlich ist und dem Buch auch sehr viel
Charme verleiht.
Neben den ca. 120 Rezepten, die übersichtlich strukturiert sind,
gibt es auch viele Tipps und Hinweise. Die Herstellung von Zopfgebäck
z.B. ist sehr anschaulich in Zeichnungen dargestellt - da möchte ich am
liebsten direkt in die Küche laufen und Brötchen backen. Der
einführende Teil vermittelt viele Details über Getreide und widmet
sogar dem Brotbackautomaten einen Abschnitt (was mich als
Brotbackautomaten-Begeisterte immer freut).
Hier ist alles echt, kein Schickimicki-Schnickschnack, wirklich ein
Rezeptbuch für die Küche. Nicht zu jedem Rezept gibt es ein Foto, was
ich in Rezeptbüchern eh immer platzverschwenderisch finde, die
vorhandenen vierfarbigen Fotos sind durchdacht, ansprechend und, so
scheint es mir, auch nicht geschönt.
Mir persönlich sind die angegebenen Mengen meist zu heftig, aber das ist ja kein Problem und lässt sich einfach herunterrechnen.
Die angegebenen Backzeiten führen zu besten Ergebnissen auch wenn
sie mich beim Lesen manchmal die Augenbrauen hochziehen ließen – wie
ich soeben an köstlichen Rosinenwecken austesten konnte :-).
Ich habe hier auf jeder Seite schon beim Lesen gemerkt, dass die
Autorinnen Erfahrung im Vermitteln von Backwissen, große Backpraxis und
Begeisterung fürs Backen mitbringen. Interessant auch die Aufteilung zwischen Rezepten mit Vollkorn- und solche mit Auszugsmehl.
Wenn auch vielleicht dem einen oder anderen auf den ersten Blick zu
dezent, so ist es für mich in seiner ganzen Reichhaltigkeit eines der
wichtigsten Brotbackbücher, die im Moment auf dem Markt sind, weil es
mit Herz und Sachverstand – und nicht mit dem Blick auf den Geldbeutel
eines oberflächlichen Käufers – geschrieben wurde.