
Nachdem ich mich einige Monate mit Brotlektüre beschäftigt habe, ist mir klar geworden, wie alt die Brotherstellung ist und wie eng sie mit der menschlichen Geschichte verwoben ist. Daher habe ich mir dann mit viel Erwartung diese Broschüre bestellt. Der Untertitel lautet: Mahlen - Backen - Rezepte.
Es gibt einige recht interessante Infos, viel davon (z.B. über die einzelnen Getreide) ist nicht unbedingt rom-spezifisch. Das Meiste kann ich auch woanders finden. Die Illustrationen - Zeichnungen und Fotos - gefallen, da sie diesen Hauch des Brotmythos sehr schön illustrieren und einen guten historischen Einblick geben. Mühlen und Backöfen sind auch als klare technische Zeichnungen erfasst.
Es gibt im Grunde nur zwei Rezepte, die auf drei aufgebläht sind. Das einzige Römische an Rezept Nr. 1 ist die Bezeichnung "Römerschrotmehl aus der römischen Steinmühle". Und wo soll ich die Mühle hernehmen? Rezept Nr. 3 "Schlangenbrot" habe ich unter der Bezeichnung "Stockbrot" schon in vielen anderen ländlich orientierten Büchern gefunden.
Aber was mich ärgert: In allen zwei/drei Rezepten wird Hefe verwendet. Hefe ist eine relativ junge Entdeckung, zur Römerzeit wurde mit Sauerteig gebacken. Das wird nicht einmal erwähnt! Wenn ein Amt für Museen und Archäologie eine solche Broschüre herausgibt, erwarte ich ein Originalrezept.
Das Büchlein wird viel zu teuer gehandelt.