Kayser Eric. Rund ums Brot: 60 Rezepte für ungewöhnliche Kreationen.
2008 Flammarion, ISBN 9782080200631

Es gibt im Englischen einen umgangssprachlichen Ausdruck, der für mich
bestens beschreibt, was dieses Buch ist: pretentious crap, oder
übersetzt (und etwas gehobener ausgedrückt): prätentiöser Käse.
Das Buch strahlt die Selbstverliebtheit aller Mitwirkenden aus, den
echten Charme von Brot vermittelt es uns kaum. Auf etwas über 154
Seiten im Großformat werden 60 Rezepte ausgewalzt, die sich nur durch
eines auszeichnen: Hauptsache ausgefallen. Die Fotos sind modern
großformatig mit viel Unschärfe. Das mag für Modefotos gut sein, bei
Brot ist das ein Manko.
Alle Brote sehen übrigens schrecklich trocken aus....
Die Rezepte selbst locken kaum. Es werden auch selten Brote
gebacken, sondern eher Rezepte unter Verwendung von Brot vorgestellt -
was an sich noch kein Nachteil ist. Was sind das für Zutaten?
Buchweizenteig: Fragen Sie Ihren Bäcker. Fougasseteig: Fragen Sie Ihren
Bäcker. Und so geht es weiter. Oder aber es wird fertiges Brot
verwendet, wie Kurkumabrot und Schokoladenbrot. Ha-Ha. Wo soll's das
denn geben? Beim Bäcker um die Ecke sicher nicht.
Angepriesen wird das Buch als "eine innovative Küche voller
origineller Geschmacksnuancen". Oh wird sich die Agentur, die diesen
Satz ausgedacht hat, selbstgefällig im Sessel zurückgelehnt haben, als
sie ihn geschaffen hatte. Dabei ist er - genau wie das Buch - leer,
nichtssagend und unsinnig.
Es gibt so viele schöne, praktische, kunstvolle Bücher über Brot -
dieses hier vermittelt mir nichts von dem, was ich an Brot so schätze:
Landverbundenheit, Urtümlichkeit, Grundnahrungsmittel, ein köstlich
duftendes Backwerk.
Ein völlig überflüssiges Buch. Wofür das zweite Sternchen? Für das gelungene Layout.