
Es gibt, das lässt sich leicht überprüfen, Hunderte von Brotbackbüchern.
Die meisten habe ich gesehen und so frage ich mich immer, wenn ein
neues erscheint: Kann mir das jetzt noch etwas sagen oder ist das
wieder ein überflüssiger Versuch, ein ausgereiztes Thema aufzuwärmen?
Dieses Werk ist durchaus eine Bereicherung der Brotbackwelt. Es
gibt uns viele Informationen über Geschichte des Brotes, Getreide,
Gewürze und natürlich auch Rezepte. Dabei ist das alles sehr schön
bebildert. Das Layout ist klar und einladend. Trotz der "modernen
Aufmachung" gelingt es den Autoren, das Besonderes des Brotes in das
Buch einfließen zu lassen. Die Rezepte decken einen weiten Rahmen ab,
wobei wir nicht nur Brotbackanleitungen finden, sondern auch Rezepte
für Dinge "rund ums Brot".
Die Anleitungen für die Rezepte sind nicht nur optisch, sondern
auch inhaltlich klar gegliedert und nachvollziehbar. Auch der
Backautomat wird bedacht.
Warum preise ich dieses Buch und gebe dennoch nur vier Sterne? Weil
Getreide und Getreidemühlen zwar vorgestellt, in den Rezepten aber
vorwiegend das fade Auszugsmehl (Typ 405 oder 550) verwendet wird.
Wirklich echtes Brot, da werden mir alle Hobbybrotbäcker zustimmen,
backen wir nur mit frischem selbstgemahlenem Getreide. Das weiß ich
auch von solchen Hobbybäckern, die nicht unbedingt Vollwertler sind.
Außerdem gibt es in dem Buch kein einziges Rezept, das mich als
Brotbackbuchkennerin jetzt wirklich in die Küche lockt.
Eine Kaufempfehlung für alle, die gerne auf optisch verführerische
Art in die ersten Schritte der Brotbackkunst eingeweiht werden möchten,
da es auch viele Informationen rund ums Brot bietet. Überzeugte
Vollwertler und gewiefte Hobbybäcker können sich - wie ich - dieses
Brot allenfalls fürs Auge und zur Komplettierung der Brotbackbibliothek
kaufen, backen werden sie kaum daraus.