Kraus Ulrika, Ruth Mader und Werner Stapelfeld. Die ganze Welt der Brote. (2008) Naumann & Göbel, ISBN 9783625118435

    Es gibt, das lässt sich leicht überprüfen, Hunderte von Brotbackbüchern. Die meisten habe ich gesehen und so frage ich mich immer, wenn ein neues erscheint: Kann mir das jetzt noch etwas sagen oder ist das wieder ein überflüssiger Versuch, ein ausgereiztes Thema aufzuwärmen?

    Dieses Werk ist durchaus eine Bereicherung der Brotbackwelt. Es gibt uns viele Informationen über Geschichte des Brotes, Getreide, Gewürze und natürlich auch Rezepte. Dabei ist das alles sehr schön bebildert. Das Layout ist klar und einladend. Trotz der "modernen Aufmachung" gelingt es den Autoren, das Besonderes des Brotes in das Buch einfließen zu lassen. Die Rezepte decken einen weiten Rahmen ab, wobei wir nicht nur Brotbackanleitungen finden, sondern auch Rezepte für Dinge "rund ums Brot".

    Die Anleitungen für die Rezepte sind nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich klar gegliedert und nachvollziehbar. Auch der Backautomat wird bedacht.

    Warum preise ich dieses Buch und gebe dennoch nur vier Sterne? Weil Getreide und Getreidemühlen zwar vorgestellt, in den Rezepten aber vorwiegend das fade Auszugsmehl (Typ 405 oder 550) verwendet wird. Wirklich echtes Brot, da werden mir alle Hobbybrotbäcker zustimmen, backen wir nur mit frischem selbstgemahlenem Getreide. Das weiß ich auch von solchen Hobbybäckern, die nicht unbedingt Vollwertler sind. Außerdem gibt es in dem Buch kein einziges Rezept, das mich als Brotbackbuchkennerin jetzt wirklich in die Küche lockt.

    Eine Kaufempfehlung für alle, die gerne auf optisch verführerische Art in die ersten Schritte der Brotbackkunst eingeweiht werden möchten, da es auch viele Informationen rund ums Brot bietet. Überzeugte Vollwertler und gewiefte Hobbybäcker können sich - wie ich - dieses Brot allenfalls fürs Auge und zur Komplettierung der Brotbackbibliothek kaufen, backen werden sie kaum daraus.