
Das Buch ist wirklich sehr schön aufgemacht, die Fotos (ohne künstliche Verschönerungen, wie die Autorinnen betonen) sind sehr einladend. Die Beschreibungen sind klar und deutlich. Es findet sich jedoch nicht ein einziges Rezept für den Brotbackautomaten. Die Rezepte sind auch so gestaltet, dass ich sie nicht einfach auf den Brotbackautomaten übertragen kann (reines Halbieren oder Dritteln von Mengen ist erstens schon Aufwand und zweitens geht das bei Brot nicht so einfach, weiß ich aus Erfahrung, ich backe schon seit einem Jahr Brot selbst).
Auch sind die Mengen erschlagend - meistens reicht es für drei große Brote. Natürlich kann ich Brot einfrieren: Aber soll ich "armer Single" wochenlang dasselbe Brot essen? Und besser wird's durch Einfrieren auch nicht - meiner Erfahrung nach ist es ok, Brot einzufrieren, aber es kommt doch zu einem leichten Qualitätsverlust. Verstehen würde ich das, wenn das Buch 1957 erschienen wäre. Die erste Auflage stammt aber aus dem Jahr 2004, da waren Kleinhaushalte und Backautomaten doch schon etabliert!
Durch diese Betonung von Handarbeit und Unmengen bekommt das Ganze schon so einen Touch von "alternative Körnerfresser". Und das ist, soweit ich die entsprechende Literatur gelesen habe, überhaupt nicht im Sinne des verstorbenen Dr. Bruker, der ja gerade die vitalstoffreiche Vollwertkost alltagstauglich machen wollte.
Großfamilien, Besitzer von riesigen Tiefkühltruhen und Menschen, die wirklich nur reine Handarbeit schätzen (und fürs Backen auch viel Zeit mitbringen), sind hier bestens beraten und erhalten leckere Rezepte, die das Wasser im Mund zusammen laufen lassen.
Menschen und Kleinfamilien/Singles wie ich, die auch mit eingeschränkter Zeit und unter Nutzung der technischen Möglichkeiten, gesund leben wollen oder Dr. Bruker-"Fans" sind: ihnen wird hier wenig geboten.