
Die Autoren haben es verstanden, uns Lesern ihr Dinkel-Anliegen näher zu bringen.
Gut zwei Drittel des Buchs werden von vollwertigen Rezepten bestritten. Diesen Begriff fassen Schnabel und Ruoß recht eng, und außer der gelegentlichen Verwendung von Ahornsirup habe ich keine der üblichen "Verstöße" gegen die Brukersche Vollwertauffassung gefunden.
Im Rest des Buches erfahren wir mehr über Herkunft des Dinkels, Anbau, Eigenschaften, den Volksmund und die Verwendung. Hier wurde viel Wissen zusammengetragen und auf sehr lebendige Art vorgestellt.
Während ich das Buch gelesen habe, hatte ich fast das Gefühl, da sitzt mir jemand gegenüber und berichtet begeistert über eine Herzenssache. Auch optisch ist das Buch in einer Art "Dinkelstil" gehalten: beiges, leicht gemustertes Papier mit dunkelbraunen Federzeichnungen oder Fotografien in den gleichen Farbtönen.
Interessant ist das Buch auch deshalb aus heutiger Sicht, weil der Dinkel seit erstem Erscheinen (1989) ja wirklich doch einen rechten Aufschwung genommen hat. Dazu haben sicherlich auch solche Bücher und Initiativen beigetragen.
Was am Buch zu bemängeln ist: Seit Erscheinen (1989) hat es Entwicklungen in der Dinkel- und Bioszene gegeben hat, die hier nicht auftauchen. An Charme hat das Buch jedoch auch nach knapp 20 Jahren nichts verloren.