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Der folgende Text ist unter dem Wissen von 2008 entstanden. Er ist so nicht mehr gültig!
Ist roher Agavensaft in der Vollwert erlaubt? Dazu macht sich vermutlich jeder einmal Gedanken, der sich vollwertig ernähren möchte. Ich habe dazu eindeutig Position bezogen. Dies ist natürlich eine Entscheidung nur für mich, die ich zwar begründen kann, aber niemandem als "Weisheit" aufzwingen möchte. Weitere Gedanken dazu sind gerne gesehen.
Laut Dr.
Bruker gibt es nur ein vollwertiges Süßungsmittel, und das ist Honig. Agavendicksaft
ist wertlos, da er eingekocht ist. Nun habe ich vor einiger Zeit in einem Rohkostversand
rohen Agavensaft entdeckt. Da Rohkost ja in der Regel mindestens vollwertig
ist, habe ich ihn als vollwertiges Lebensmittel in meiner Ernährung aufgenommen.
Dennoch - ich wollte es genauer wissen. Daher habe ich an den Keimling-Versand
eine Mail geschickt und nach der Herstellung gefragt. Heute erhielt ich die
Antwort:
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Der Saft der Agavenpflanze wird aufkonzentriert, da er in seiner
ursprünglichen Form weder eine ausreichende Süßkraft noch Haltbarkeit
hätte. |
Die Verarbeitung
des Agavensaftes enthält keinen Erhitzungsschritt (im Gegensatz zu Sahne &
Butter, die ja vollwertig sind), er wird konzentriert (was Öl und Tomatenmark
z.B. auch werden)
und enthält am Ende alle Inhaltsstoffe: Was also spricht dagegen, ihn in
die Vollwerternährung aufzunehmen? Roher Agavensaft ist meiner Ansicht nach
eine tolle Chance, vollwertig und vegan zu leben, wenn man das möchte.
Hier noch zwei Auszüge aus einer Korrespondenz zu diesem Thema:
Mail von C. an mich:
Die Frage mit dem rohen Agavendicksaft finde ich sehr interessant. Ich glaube, dass er zwar roh, aber nicht vollwertig ist, weil er einreduziert ist, sozusagen ein Konzentrat und wahrscheinlich eine Konserve. Aber ähnlich problematisch ist es ja auch mit den Trockenfrüchten. Die stehen bei Kollath ja auch ziemlich weit rechts als "Konserve". Man muss wohl stark differenzieren zwischen Rohkost und Kollath/Vollwert.Meine Antwort:
[....] Und zu dem rohen Agavensaft. Sicher ist er ein Konzentrat - das sind Sahne und Butter aber auch, und die sind zusätzlich noch erhitzt. Aber ich will ihn ja nicht trinken. Auch Vollwertler (wenn sie nicht sogar Säfte trinken, das tut sogar Frau Richter!) nehmen schon mal einen oder zwei Esslöffel Obstsaft oder mehr in ein Rezept. Das ist doch auch nicht verpönt. Essen die Vollwertler alle kein (biologisches) Tomatenmark? Und was ist mit Sahne und Butter, die heute alle pasteurisiert sind (gesetztlich) vorgeschrieben, und somit in der Kollath-Tabelle ganz rechts stehen müssten? Die Frage wurde auch in meinem Grundlehrgang gestellt. Frau Bang-Dosios Antwort war irgendwie hilflos und wenig überzeugend, also im Grunde hat sie die Frage nicht beantwortet.
Agave:
siehe Wikipedia
Mail von C. an mich:
Deine durchaus leidenschaftlichen (wenn ich die Rhetorik richig deute ;-) ) Aussagen zu Agavendicksaft, Honig und Sahne haben doch eine gewisse Logik und zeigen, dass die Kollath-Tabelle (und auch nicht Bruker/Gutjahr) eben nicht mehr in der Form Grundlage einer zeitgemäßen Vollwerternährung sein kann. Die Produkte haben sich geändert, ihre Herstellung und Verarbeitung.Meine Antwort:
ja, da sprichst du was aus, was ich auch finde: Die Vollwert muss sich entwickeln. Nicht, dass ich für Nahrungsergänzungsmittel oder ähnlich Grässliches bin, aber es heißt schon, Augen offen halten und immer gucken - was tut sich? Ist das vereinbar mit den Grundsätzen? Und da tut sich meiner Ansicht nach entweder zu viel (eben doch Nahrungsergänzung) oder zu wenig, nämlich stur beharren auf den bekannten Grundsätzen. Ich denke, Bruker war da nicht so versteinert, weil er nämlich selbst geforscht und probiert hat. Und das finde ich heute so bedauernswert: Da ist ja niemand mehr, der an so vielen Patienten wirklich immer diese Thesen erneut praktisch überprüft. Ein Grundsatz wie "so natürlich wie möglich" ist doch eine schöne Orientierung. Aber immer nur sagen "Aber Bruker hat gesagt..." reicht nicht. Da hilft nur eins, wir probieren an uns selbst. Das hat nur leider für andere dann wenig Aussagekraft.